„Der Zauber der Wirklichkeit“ von Richard Dawkins

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Heute in der Kategorie „Buchgeschenke für ‚unterm‘ Weihnachtsbaum“: Für alle großen und kleinen Entdecker ab 12 Jahren ist der liebevoll und aufwändig gestaltete Band Der Zauber der Wirklichkeit von Richard Dawkins genau das Richtige! Hier erklärt der berühmteste Evolutionsbiologe unserer Zeit die faszinierende Wahrheit hinter den Rätseln der Natur. Wunderschön bebildert von Star-Illustrator und Comic-Zeichner Dave McKean, der zum Beispiel auch an den Harry-Potter-Filmen mitgearbeitet hat.

Warum lieben wir auch noch als Erwachsene die „Was ist Was“-Buchreihe oder schauen „Die Sendung mit der Maus“? Weil sie komplizierteste Phänomene der Physik, Biologie oder Geologie auf vereinfachte Weise logisch erklären. Science for Dummies, sozusagen. Auch in Richard Dawkins („Das egoistische Gen“; „Der Gotteswahn“; „Die Schöpfungslüge“) neuestem Werk behandelt jedes Kapitel einen besonderen Aspekt der Wirklichkeit:  Wer war der erste Mensch? Woraus bestehen die Dinge? Was ist ein Regenbogen? Was ist ein Erdbeben? Frei nach dem Sesamstraßen-Motto „Wer nicht fragt, bleibt dumm“, kann hier jeder noch was lernen.

Besonders viel Spaß macht das, weil der Autor mit seinen Lesern kommuniziert, sie direkt anspricht und einbezieht, sogar persönliche Anekdoten aus seiner Kindheit zum Besten gibt. Die anschauliche Bebilderung durch Dave McKean bietet dabei zusätzliche Verständnishilfen der beschriebenen Experimente oder Naturphänomene. Die opulenten  Illustrationen ziehen sich häufig über ganze Doppelseiten und überraschen durch verschiedene  Zeichenstile und eine satte Farbpalette, die sich an organischen Naturtönen orientiert. Jedes Umblättern wird da zum Augenschmaus.

Für jedes Naturphänomen, mit der sich das Buch auseinandersetzt, gibt es eine mythologische und eine wissenschaftliche Erklärung, die dabei gegenübergestellt werden. Warum die wissenschaftliche Erklärung mit ihrer Empirie immer vorzuziehen ist, dieser Frage, widmet sich der Brite Richard Dawkins mit missionarischem Eifer: „Ich möchte zeigen, dass die wirkliche Welt ihren eigenen poetischen Zauber hat. Ich meine damit eine Schönheit, die gerade deshalb so schön ist, weil sie wirklich existiert und weil wir verstehen, wie sie funktioniert. Der Zauber der Wirklichkeit ist weder übernatürlich noch ein Trick, er ist – ganz einfach – wunderbar.“

Als Anhänger der Brights-Bewegung, die sich gegen alles Übernatürliche ausspricht – also auch gegen Religion und Glaube –, liest sich das Buch manchmal wie eine Kampfansage gegen den Kreationismus, der in den USA immer bedenklichere Ausmaße bis in politische Regierungskreise annimmt. Vielleicht sollte man George W. Bush und einigen anderen Republikanern dieses pädagogisch wertvolle Aufklärungsbuch heimlich unter den Weihnachtsbaum legen.

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