„House of Secrets: Der Fluch des Denver Kristoff“ von Chris Columbus und Ned Vizzini

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Viele Leseratten würden sich wünschen, mal in die Welt ihres Lieblingsromans einzutauchen. Die drei Geschwister Walker dagegen landen ganz und gar unfreiwillig in den unheimlichen Bücherfiktionen des verstorbenen Schriftstellers Denver Kristoff, wo sie von einer Gefahr in die nächste stolpern. Ob streitaxtschwingende Barbarenhorden, wilde Riesen, ein Piratenkapitän, der sich Möbel aus Menschenknochen zimmert, oder eine Königin, die am liebsten frittierte Kinderfinger in Schokoladensoße isst – House of Secrets: Der Fluch des Denver Kristoff von Chris Columbus und Ned Vizzini sollten Kinder lieber nicht vorm Zubettgehen lesen.

Kein Wunder, dass sich dieses Fantasyadventure für Leser ab 10 Jahren ein Mann ausgedacht hat, der mir schon als kleiner Stöpsel schlaflose Nächte beschert hat: Chris Columbus ist der Erfinder der Gremlins. Er produzierte und führte außerdem Regie bei den ersten beiden „Harry Potter“-Filmen sowie bei „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ und vielen weiteren Hollywoodblockbustern, bei denen es sich meistens um phantastische Popcorn-Action für die ganze Familie handelt. Doch seine Ideen für House of Secrets waren so aberwitzig, so aufwendig und bombastisch, dass sie sich nur schwer in einem Film realisieren ließen. Deshalb hat sich Columbus mit dem erfolgreichen Jugendbuchautor Ned Vizzini zusammengetan und mit ihm gemeinsam seinen Erzählstoff, der als Trilogie geplant ist, auf Papier gebracht.

Das Haus der Geheimnisse, um das es hier geht, ist die verwunschene Villa Kristoff in San Franscisco. Ein opulent-viktorianisches Herrenhaus und ein architektonisches Wunderwerk, dessen Hinterseite in die Klippen des Pazifischen Ozeans ragt. Die Familie Walker kann ihr Glück kaum fassen, als ihnen diese vermeintliche Traumimmobilie inklusive Bibliothek, Kunst und Krempel für einen Spottpreis angeboten wird. Doch kurz nach ihrem Einzug bekommen die Walkers Besuch von der Windfurie, einer furchteinflößenden Hexe, die die Kinder Cordelia, 15, Brendan, 12, und Eleanore, 8, in die Phantastikromane des ehemaligen Hausherrn, dem Schriftsteller Denver Kristoff, verbannt. Um wieder nach Hause zu gelangen, sollen die Drei der Windfurie Das Buch des Verlangens und Verderbens beschaffen, das jeden Wunsch erfüllt, auch den nach unendlicher Macht.

House of Secrets ist sicherlich nicht der Harry Potter-Nachfolger, als dass es – wie zig andere Fantasy-Buchserien zuvor – gehandelt wird. Dafür sind die Romanwelten zu verschieden. Während Harry Potter voller britschem, fast altmodischem Charme steckt, ist House of Secrets im positivem Sinne amerikanische Fantasy-Popcorn-Action. So wird die alte Villa Kristoff gecrasht bis kein Stein mehr auf dem anderen steht – und am Ende im Meer versinkt.  House of Secrets ist greller, bunter, lauter, aber auf eine sehr vergnügliche (und für ein Kinderbuch erstaunlich gruhuuuuselige) Weise. Außerdem ist die Story ganz und gar in der Gegenwart verhaftet inklusive PSP-daddelnden Romanhelden, Handys und jede Menge Popkultur-Referenzen von Buffy über Game of Thrones bis hin zu Lady Gaga. Dieser wilder Ritt mit der Villa Kristoff macht so viel Spaß wie der Besuch in einem Freizeitpark. Und wer ist nicht nochmal gerne Kind 🙂

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