Hörtipp: Durch die Gegend

deep read_kopfhörerWenn ich schreibe oder lese, dann muss bei mir absolute Stille herrschen, sonst kann ich mir nicht beim Denken zuhören. Bei allem anderen Rumgehampel oder im Auto brauche ich allerdings Dauerbeschallung, weil ich mich sonst furchtbar mit mir selbst langweile. Neben laut Mucke auf und mir im Kopf Tanzchoreografien ausdenken (ein Überbleibsel aus 15 Jahren Tanzunterricht, vermute ich mal), höre ich am liebsten Podcasts. Eine Folge Sanft und Sorgfältig dauert beispielsweise genau so lang wie ich von Dortmund zum WDR in Köln brauche – perfektomento! Heute möchte ich euch aber einen ganz anderen, feinen Podcast empfehlen, nämlich Durch die Gegend von meinem lieben Kollegen Christian Möller.

Christian kenne ich schon seit fünf Jahren, aus unserer gemeinsamen Zeit bei 1LIVE. Mittlerweile macht er nur noch „richtiges“ Erwachsenenradio, denn er ist viel zu intelligent, wortgewandt und weltbewandert für alles andere – auch wenn er das nie im Leben über sich sagen würde, aber ich sage das jetzt einfach mal, weil es so ist! Außerdem hat er eine sehr schöne Radiostimme, aber das weiß er schon, weil ich es ihm, glaub ich, des Öfteren aufs Brot geschmiert habe. Jedenfalls braucht jemand wie Christian auch immer eine kreative Spielwiese, auf der er sich austoben kann, und das ist Durch die Gegend.

Durch die Gegend

Das Prinzip ist ganz einfach: „Christian Möller trifft Schriftsteller, Musiker, Künstler u.a., geht mit ihnen an einem Ort ihrer Wahl spazieren und interviewt sie dabei.“ Und so stromert Christian in Folge 1 mit der wunderbaren Lesebühnen-Autorin Kirsten Fuchs durch Berlin-Hellersdorf auf der Suche nach Kindheitserinnerungen, flaniert mit dem Singer-/Songwriter Eric Pfeil über den Tod sinnierenden durch’s Kölner Agnesviertel oder läuft mit Comiczeichner Flix durch Berlin-Mitte, das um 11 Uhr morgens noch ziemlich ausgestorben ist. In diesen Interviews, die eigentlich keine Interviews sind, sondern echte Gespräche, wird sich nicht nur über die Arbeit an der Kunst unterhalten oder Promo gemacht, sondern da geht’s wirklich um Gott und die Welt, von Hölzchen auf Stöckchen, darum wie Orte einen verändern – und sich über die Jahrzehnte selbst verändern. Man nimmt sich Zeit – auch das eine wichtige Voraussetzung, damit ein richtiges, tieferes Gespräch entstehen kann. Bis jetzt ist jedenfalls jede Folge länger als die vorherige geworden – mal sehen, wohin das noch führt 😉 Ich zumindest freue mich schon, wenn der nächste Durch die Gegend-Podcast hochgeladen und damit die nächste längere Autofahrt gerettet ist!

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